Namibia individual travel

DAS WILDROMANTISCHE KAOKOVELD

Das Kaokoveld ist im Nordwesten Namibias und grenzt mit seinen rund 50.000 Quadratkilometern im Norden an die Grenze zu Angola, im Westen an die Skelettküste und im Süden an das Damaraland.
Das Kaokoland gilt als eines der wenig touristisch erschlossenen Gebiete in Nambia und ist reich an indigener Stammeskultur der bekannten Himba und der Hereros.
Das Kaokoveld ist landschaftlich dünn besiedelt, sehr vielfältig, durchzogen von Trockenflüssen und großen Gebirgszügen, wie den Hartmannsbergen mit dem berühmten Hartmannstal. Einzelne Gebiete sind sehr abgelegen und schwer zu erreichen. Deshab zählt das Kaokoveld zu den unberührtesten und ursprünglichsten Regionen Namibias.
Trotz härterer Reisebedingungen lockt die Gegend den Besucher mit seiner Abgeschiedenheit und großartigen Landschaften. Abseits der wenigen Hauptverbindungen sind zum Befahren der Straßen Allradfahrzeuge und GPS-Navigation nötig. Wer ins Kaokoland als Selbstfahrer fährt und abseits der Hauptstrassen fährt, ist angeraten im Konvoi zu fahren oder wenigstens ein Satelitentelfon mit sich zu führen.
Empfehlenswert ist es das Gebiet nur unter expeditionsmäßigen Bedingungen in Geländefahrzeugen und möglichst unter der Leitung eines erfahrenen Führers zu bereisen.

Klimatisch ist es im Kaokoveld im Sommer (November – März) sehr heiß und Temperaturen um die 40 °C sind keine Seltenheit.

Mittlerweile ist das Kaokoveld wieder bekannt für seinen Tierreichtum an Löwen, Nashörnern und Wüstenelefanten. Weil dieses Aral sehr rau und unzugänglich ist, hat es sich zu einem natürlichen Rückzugsgebiet für die Tiere entwickelt. Interessenorganisationen wie der „Save the Rhino Trust“ und die grösste namibische NGO Integrated Rural Development and Nature Conservation (IRDNC) haben zudem Aufklärungsarbeit geleistet und setzen sich aktiv für den Schutz der Wildtiere ein.

Entgegengesetz zu der Entwicklung in vielen anderen afrikanische Länder gibt es in Namibia dreimal so viele Nashörner im Vergleich zu 1982 und etwas dreimal so viele Elefanten wie in 1995.
Man kann also von einem Erfolgsmodell für den Tierschutz sprechen. Namibia ist übrigens eins von wenigen Ländern der Welt, wo die Erhaltung und Vielfalt der Flora und Fauna im Grundgesetz verankert ist. Der namibische Staat ist darum bemüht, die Artenvielfalt und den Lebensraum der Wildtiere zu bewahren. 43,5 Prozent, also beinahe die halbe Fläche Namibias ist als Naturschutzgebiet deklariert.
Das „Community-based Natural Resource Mangement“ (CBNRM), das hauptsächlich durch die NGO IRDNC in Namibia vorangebracht wurde, hat Namibia sich zum Vorreiter in Sachen Natur- und Tierschutz entwickelt.
Viele andere Staaten im südlichen Afrika haben dieses Modell übernommen, um nachhaltig ihre Natur zu schützen. Wichtigstes Element ist hier, dass die lokalen Stämme direkt am Erfolg partizpieren und der zunehmende Tourismus sich auch finanziell für sie lohnt.

Das Kaokoland besitzt eine atemberaubende Schönheit mit abwechslungsreichen Landschaften. Am Kunene, der den Grenzfluss zu Angola darstellt, gibt es grosse Palmen, Bäume und Wasser im Überfluss. Insbesondere die Epupa Fälle sind hier sehr sehenswert.



Bei den Pflanzen ist der Baobab oder auch Affenbrotbaum genannt eine Augenweide und lädt zum Verweilen ein.



Es gibt weite Steppen mit mit einer Sicht bis zum Horizont. Je weiter man sich an Skelettküsten Park annährt, desto spärtlich und wüstenähnlich wird die Landschaft.



Ein Rätsel in dieser verkehrsmäßig kaum erschlossenen Region werfen die „Fairy Circles“ oder auch „Feen Kreise“ auf. Das sind kreisrunde, vegetationslosen Flächen, die vor allem in der Gegend des Marienflusses und des Hartmannstales im Nordwesten vorkommen. Die Herkunft der Feenkreise ist ein Geheimnis, das die Wissenschaft bis heute nicht geklärt hat.

Das Kaokoveld ist sehr wildreich. Immer wieder sieht man Oryxantilopen, Springböcke, Kudus oder Giraffen. Meist halten sie sich in den sandigen Flusstälern im Schatten von Akazienbäumen auf. Hier sind auch die berühmten Wüstenelefanten zu sehen, von denen um die 800 Stück im Kaokoveld leben. Wüstenelefanten gelten als recht angriffslustig und ein respektvoller Abstand gegenüber diesen grauen Riesen ist zu empfehlen.
Da mit ca. 350 mm jährlichem Niederschlag Ackerbau nicht möglich ist, migriert der lokale Stamm der Himba mit seinen Nutztieren immer mit dem Regen. Alternativ leben die Himba noch traditionell als Jäger und Sammler. Sie sind das letzte (halb)nomadische Volk Namibias.
Die Himba oder auch Ovahimba, wie sich der Stamm selbst bezeichnet, gehören zur Sprachfamilie der Bantu. Sie sind als Vorfahren der heutigen Herero im 15./ 16. Jahrhundert aus dem ehemaligen Betschunaland, dem heutigen Botswana, eingewandert. Um die 17.000 Personen umfasst der Stamm der hauptsächlich im Kaokoveld lebt, mittlerweile sind sie aber auch in Windhoek und Swakopmund anzutreffen. Diese stolzen Menschen sind auf den ersten Blick an ihrer traditionellen Frisur und die Frauen an der offensichtlichen roten Hautpflege zu erkennen. Kleidung, Haartracht und Schmuck haben eine besondere Bedeutung und geben Auskunft über die soziale Stellung einer Himbafrau oder eines Himbamannes. Schon den Neugeborenen hängt man Perlenketten um. Sind die Kinder etwas älter, kommen Armreifen aus getriebenem Kupfer und Muscheln hinzu. Die stolzen Himba Frauen verwenden täglich mehrere Stunden für die Morgentoilette und Schönheitspflege. Der gesamte Körper wird mit einer Creme eingerieben, die aus ranzigem Butterfett und Ockerfarbe besteht. Hinzugemischt wird das aromatische Harz des Omuzumba Strauches. Die Creme verleiht dem Körper einen intensiven rötlichen Glanz, der dem Schönheitsideal der Himba entspricht. Es ist noch immer so, dass nach der traditionellen Wahrnehmung derjenige reich ist, der ein grosse Rinderherde besitzt.
Während einer Safari in das wildromantische Kaokoveld sieht man häufig ihre alten und verlassenen Wohnstätten. Die traditionelle Lebensweise mit Lehmhütten und der entsprechenden Zaunanlage für das Vieh, die sogenannten Krals, werden in dieser Form schon seit Jahrhunderten errichtet.



Der andere Stamm der auch im Kaokoveld beheimatet ist, die Hereros, ist etwa 100.000 Personen gross. Sie sind durch ihren Unabhängigkeitskampf gegen die deutschen Besetzer bei bekannt geworden.
Die Herero Frauen sind sofort an Ihrem typischen Kopfschmuck und an ihren Kleidern zu identifizieren. Der Kopfschmuck mit den drei Ecken wurde früher nur von unverheirateten Frauen getragen. Heutzutage wird diese Trennung nicht mehr ganz so ernst genommen.



Das Kaokoveld ist inbesondere ist für alle zu empfehlen, die Landschaft und Menschen lieben und dabei in die etwas wilderen Gebiete Namibias vordringen möchten.